FNS-Klasse-1 Mitte 2016 Lauf 3

Dritter Lauf 2016, AMC Nassauerland Diez, Carrera.
18 Starter, Fahrzeit 4 x 6 Minuten, 13 Volt.

Am 24. Februar gastierte die Klasse-1 Mitte zum dritten Lauf 2016 beim AMC Nassauerland Diez. Die 28 Meter lange Carrerabahn ist eine der beliebtesten Strecken im Programm und auch wenn sie in beide Richtungen befahren werden kann, so gibt es doch nur eine wahre Richtung. Aber die gibt es leider erst nächstes jahr wieder.

Der Club hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, den Vorderraum mit reichlich Platz neu gestaltet und schon für den Clubzone Lauf eine Woche zuvor wurde die Bepfe ans laufen gebracht. Ein paar Tage vor dem Rennen wurde mit neuen, helleren LED an der Lichtschranke auch die letzten Probleme der Zeitmessung beseitigt. So glaubte man jedenfalls...

Viele der Stammfahrer waren leider verhindert, wodurch das Fahrerfeld etwas kleiner ausfiel. Gerüchte besagen sogar, dass es Fahrer geben soll, die sich unterdessen die Gashand tunen lassen um für den Rest der Saison noch präziser zu werden.

An dieser Stelle ein Gruß an den Serienpaparazzi, Berichteschreiber und Tabellenjongluer Hans-Dieter. Gute Besserung!

Mit 18 Startern war das Fahrerfeld dennoch gut besucht und manch ein Fahrer erhoffte sich heute vielleicht den ein oder anderen Extrapunkt für die Tabelle mitnehmen zu können. So wurde auch hier fleißig getestet und geschliffen. Vorallem letzteres immer unter den Wachsamen Augen des Diezer Hausherren, der durch den Clubzone Lauf noch immer einen leichten Drehwurm von den ganzen Maschinen hatte.
Allerdings waren dieses Mal auch Fahrer zu sehen, die während des gesamten Trainings nicht einmal die Maschine nutzen und nur kurz vor Trainingsende die Reifen einmal kurz abzogen. Wir werden sehen, wie es sich weiter entwickelt und das erste Jahr mit den schwarzen Reifen wird für alle Fahrer sicher lehrreich.

Um 19:40 wurde dann zur Abnahme gerufen. Dieses mal nicht von Serienchef Michael, der beruflich verhindert war, sondern von Sven, der in Diez das erste Mal sein Amt als neuer Vize wahrnehmen durfte. Die Truppe machte es ihm aber durchaus einfach und so gab es bis auf wenige Ausnahmen kaum Beanstandungen.

Nach der kurzen Ansprache konnte es dann zum Rennen gehen und die ersten Fahrer machten sich bereit für den in Diez ungewohnten Ampelstart. Viele der umstehenden wünschten sich sicherlich, mal einen kompletten Fehlstart der vier Fahrer zu sehen, wurden aber leider enttäuscht, als die Gruppe um Christof ihnen diesen Wunsch nicht erfüllen wollte.

Für Christof lief dann eigentlich auch alles bestens, die Zeiten waren mehr als schnell und der Brabham schien gut zu laufen. Das ausgiebige Trainineren und Testen im Vorfeld schien sich gelohnt zu haben und so war die Anspannung groß, galt es doch dem eigenen Nachwuchs auf der Heimbahn Paroli bieten zu müssen.
Leider kamen dann immer wieder Probleme mit den Schleifern dazwischen, weshalb er den Wagen zum korrigieren mehrmals von der Bahn nehmen musste. Die Siegchancen auf und davon und trotz der ganzen Arbeit musste er sich auf der eigenen Bahn mit P5 weit unter Wert geschlagen geben.

Eher schlecht als recht lief es für Andre, der erst kurz vor Trainingsende mit Teamkollege Stephan an der Bahn auftauchte und nahezu ohne Training und Vorbereitung ins Rennen musste. Das Auto wollte einfach nicht so wie er wollte und so musste er häufiger als gewünscht die anderen Fahrer an ihm vorüber ziehen lassen. Und wenn sie dann endlich vorbei waren lagen sie auch schon zwei Kurven später wieder im Weg.
Ein gutes Stück weiter nach vorne ging es für Edith. Die Bahn in Diez ist ihr bestens bekannt und das Auto war gut vorbereitet. Damit konnte sie sich nicht nur die Damenwertung sichern, sondern ein weiteres Mal das Familienduell gegen ihren Gatten gewinnen. Gerade mal eine knappe Runde trennte sie heute von den Top Ten.

Chris sah wieder die Sonne und konnte endlich wieder ein ordentliches Ergebnis einfahren. Mit 215 Runden war die Freude dementsprechend groß und selbst der sonst so undankbare vierte Platz war definitiv mehr als er erwartet hatte. Während des Rennens konnte man ihn schmunzeln sehen, als er merkte, dass auch andere Fahrer "den Rönnau" haben konnten. Dieses mal war es nicht er selbst, sondern Sven, der mit der Bahn zu kämpfen hatte.
Ungewohnt viele Abflüge und ein Bisschen Pech bei Kollisionen hatten für Sven ein besseres Ergebnis verhindert. Die Zeiten waren akzeptabel, aber die Kurve nach der langen Geraden wurde eher im lift and coast Modus angefahren und der Bremspunkt konnte oftmals nur grob abgeschätzt werden. Am Ende standen "nur" 213 Runden auf der Uhr aber im Vergleich zum letzten Rennen ist das eine beängstigende Steigerung von unglaublichen 2300 Prozent.

Die dritte Gruppe startete schnell und Winni konnte sich von Anfang an mit Bestzeiten vom Rest des Feldes absetzen. Die Gruppe war gut unterwegs, wenn es auch einige Unterbrechungen gab die den Fluss etwas hinderten. Nichtsdestotrotz fuhr Winni nach wie vor Gute Zeiten, bis... ja, bis gar nichts mehr ging...

Die Bepfe hatte den Dienst verweigert.
Die Chaostaste hatte sich schlafen gelegt, der Strom wanderte während der Chaosphasen über die Bahn, zwei von vier Spuren waren an die Pommesbude verschwunden, und die Rundenzählung war schon lange schnurstracks in Richtung Feierabend marschiert.

Was war zu tun? Thorsten versuchte vergebens den Fehler zu finden, bis man sich schliesslich dazu entschloss, den Rechner und die Hardware um die Zeitmessung komplett neu zu starten und den ersten Turn der Gruppe zu wiederholen.
Nach einigen Minuten und kurzen Tests konnte es dann weitergehen und die Dritte Gruppe bestritt den zweiten Versuch.

Stephan ging wie sein Teamkollege nahezu ohne training an den Start und auch bei ihm machte es sich leider bemerkbar. So galt es hier nur die drei Startpunkte für den Rest der Saison mitzunehmen.
Unbeirrt ging auch beim zweiten Anlauf Winni direkt in Führung. Schnelle Zeiten und guter Grip auf den ersten beiden Spuren versprachen ein gutes Ergebnis. Das etwas Chaotische Rennen kostete aber viel Konzentration und auch die Reifen wurden über die Distanz immer schwächer. So ließ die Leistung in den beiden letzten Turns nach. Mit 208 Runden konnte er sich aber immerhin noch einen Platz in den Top Ten sichern.

Die vierte Gruppe ging an den Start, zeigten durchweg gute Leistungen und... nein, es sollte nicht sein...

Wie schon in der Gruppe zuvor, streikte auch in der Topgruppe nach wenigen Runden die Zeitnahme und antwortete für einen kurzen Moment nur noch mit einer wunderschön anzuschauenden Sanduhr anstelle des Mauszeigers. Nach einer kurzen Absprache entschied man sich hier aber direkt für einen weiteren Neustart.
Die Chaostaste wurde aus dem Schlaf gerissen, der Strom festgeklebt und die Rundenzählung zu unbezahlten Überstunden verdonnert. Thorsten und Sven waren hier ja schon geübt und so konnte das Rennen nach wenigen Minuten ein weiteres Mal neu gestartet werden.
Vor dem Neustart gab Christof den Fahrern noch den Rat, einfach mal nicht abzufliegen und auf das Chaos gänzlich zu verzichten, was doch eigentlich ganz einfach sei.
Gesagt, getan! Kein einziges mal Chaos, wenige Abflüge, absolut sauberes Fahren und Überrundungsmanöver, bei denen sich die Großen noch eine ordentliche Scheibe abschneiden könnten.

Sauber unterwegs konnte sich Thorsten P. in der Topgruppe sehr gut behaupten. Mit P3 konnte er in seinem 94. Rennen endlich seine erste Podiumsplatzierung einfahren. Den Sieg der B-Wertung hatte er damit auch inne. Seine Vorbereitungen bis kurz vor Abnahmeschluss hätten ihm sogar fast noch die L-Lizenz eingebracht, aber Stephan und Andre machten ihm zumindest hier einen dicken Strich durch die Rechnung.
Etwas abgeschlagen war Otto in der Gruppe unterwegs. Wenn das Auto auch durchweg guten Grip hatte und gut in den Kurven lag, war es trotzdem nicht schnell genug, um den anderen wirklich gefährlich zu werden. Dies war ihm aber relativ schnell bewusst und er fuhr ruhig durch und verhielt sich fair und professionell beim überholen.

Thorsten M. fuhr ein verdammt gutes Rennen und mit seinem Ergebnis konnte er mehr als zufrieden sein, aber dieser eine McLaren, war schon nach der ersten Runde in weiter Ferne und kurz darauf auf nimmer wiedersehen verschwunden. Nachdem dieses also schnell abgehakt war, konnte er sich auf sein Rennen konzentrieren und kurze Irritationen über seinen hoppelnden Brabham waren schnell als unwichtig abgetan. Saubere Leistung und ein sehr guter zweiter Platz, der mit 223 Runden den letztjährigen Sieger noch um drei Runden überboten hat.

Philipp hatte durch die dezimierte Anzahl an Topfahrer auf seiner Heimbahn natürlich kaum Konkurrenz zu fürchten und die S-Wertung eigentlich schon vor dem Rennen gewonnen, allerdings merkte man davon nichts. Schnell und präzise presste er seinen McLaren Runde um Runde um die Bahn und selbst der Leicht nachlassende Grip gegen Ende konnte ihn nicht aufhalten. Schon im Training mit 5,9er Zeiten unterwegs wiederholte er dies im Rennen und fuhr am Ende sagenhafte 11 Runden Vorsprung auf den zweitplatzierten raus. Mit 234 Runden hatte er dann zugleich auch noch einen neuen Bahnrekord aufgestellt und keinen Zweifel am diesmaligen Sieger gelassen.

So ging ein interessanter Abend zu Ende und die Fahrer nahmen auch das zwischenzeitliche Chaos sehr gelassen.
Ein Dank an den AMC Diez für einen schönen und ereignisreichen Rennabend.
Im nächsten Jahr werden wir endlich wieder "richtig rum" fahren, denn für die klasse 1 ist "Diez falsch rum" das wahre "richtig rum".

Rennergebnis

  Name Lizenz Concours Runden Punkte Gesamt
1 Philipp Kremer S 3,0 234,17 55 61,0
2 Thorsten Maxeiner A 3,0 223,16 51 57,0
3 Thorsten Pammel B 3,0 219,07 47 53,0
4 Chris Rönnau A 3,0 215,00 44 50,0
5 Christof Kremer A 3,0 213,09 41 47,0
6 Sven Podivinsky B 2,2 213,04 38 43,2
7 Martin Kluckhohn B 2,8 213,01 35 40,8
8 Otto Back B 2,2 211,07 33 38,2
9 Peter Schütz C 3,0 211,01 31 37,0
10 Wilfried Wiebe A 3,0 208,17 29 35,0
11 Alex Hubert B 2,8 208,01 27 32,8
12 Edith Joras C 2,7 208,00 25 30,7
13 Peter Schüler B 3,0 207,02 23 29,0
14 Ingo Schmitz B 3,0 205,02 21 27,0
15 Werner Joras C 2,7 203,06 19 24,7
16 Andre Hönigschmied C 3,0 201,10 18 24,0
17 Udo Wolf B 3,0 194,07 17 23,0
18 Stephan Pauly A 3,0 194,02 16 22,0

Spurübersicht

  Name Lizenz Spur 1 Spur 2 Spur 3 Spur 4 Gesamt
1 Philipp Kremer S 59,00 56,17 60,00 59,00 234,17
2 Thorsten Maxeiner A 56,00 57,00 56,00 54,16 223,16
3 Thorsten Pammel B 54,00 54,00 55,07 56,00 219,07
4 Chris Rönnau A 54,00 53,00 55,00 53,00 215,00
5 Christof Kremer A 52,00 51,00 54,09 56,00 213,09
6 Sven Podivinsky B 53,04 52,00 52,00 56,00 213,04
7 Martin Kluckhohn B 51,00 53,00 54,01 55,00 213,01
8 Otto Back B 51,07 52,00 55,00 53,00 211,07
9 Peter Schütz C 51,00 54,00 53,00 53,01 211,01
10 Wilfried Wiebe A 50,17 51,00 54,00 53,00 208,17
11 Alex Hubert B 53,00 52,00 52,00 51,01 208,01
12 Edith Joras C 52,00 51,00 52,00 53,00 208,00
13 Peter Schüler B 52,02 51,00 52,00 52,00 207,02
14 Ingo Schmitz B 50,00 53,00 51,00 51,02 205,02
15 Werner Joras C 51,00 48,00 51,06 53,00 203,06
16 Andre Hönigschmied C 49,00 51,00 49,10 52,00 201,10
17 Udo Wolf B 48,00 48,00 48,07 50,00 194,07
18 Stephan Pauly A 48,00 48,02 50,00 48,00 194,02